Liebstöckel (Levisticum officinale) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der lateinische Name „levisticum“ stammt vom Griechischen „ligystigikón“ ab, das auf den vermeintlichen Herkunftsort des Krauts in der italienischen Region Ligurien hinweist. Tatsächlich stammt das Würzkraut jedoch aus Vorderasien und wurde vor allem im 16. Jahrhundert als Aphrodisiakum verwendet – daher auch der deutsche Name „Stöckel der Liebe“. In Frankreich nennt man das Kraut wegen seines Geschmacks und Aussehens umgangssprachlich auch „céleri bâtard“, also „falscher Sellerie“. Die im Liebstöckel enthaltenen ätherischen Öle erinnern in ihrem Geruch an die bekannte Maggi-Würze, daher auch die ebenfalls sehr geläufige deutsche Bezeichnung „Maggikraut“ – obwohl das Würzmittel keinen Liebstöckel enthält.

Anwendungen

    Vom Liebstöckel können alle Teile der Pflanze verwendet werden: Blätter, Stängel, Wurzeln und Samen. In ihnen allen ist das ätherische Öl enthalten, was den charakteristischen Geschmack verursacht und bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und auch Harnwegsinfekten helfen soll. In der Wurzel ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten, jedoch werden meist die Blätter in der Küche verwendet.

In der Ernährung

    Liebstöckel ist als Maggikraut eine beliebte Zutat in Suppen. Frisch oder getrocknet würzen die Blätter, Wurzeln oder Samen herzhafte Nudelsuppen, Gemüseeintöpfe und Pilzgerichte. Es ist fester Bestandteil vieler Rezepturen für Gemüsebrühe und Suppenwürze.

Heilwirkung

     Traditionell wird Maggikraut jedoch angewendet, um Speisen bekömmlicher zu machen und Blähungen vorzubeugen.Die Blätter, Stiele, Wurzeln und Samen können aber auch zu Heilzwecken verwendet werden. Ein Aufguss wirkt entwässernd und spült Giftstoffe aus. Für einen gesunden Tee benötigen Sie einen Teelöffel getrockneter oder zwei Teelöffel frischer Liebstöckelblätter, die Sie mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Liebstöckel-Tee wird vor allem bei Harnwegsinfektionen, zur Förderung der Verdauung, bei Menstruationsbeschwerden oder bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt. Aber Vorsicht: Schwangere und Nierenkranke sollten Liebstöckel-Tee meiden.

Liebstöckel konservieren – das Gewürzkraut haltbar machen

Liebstöckel ist ein sehr zartes und hocharomatisches Gewürzkraut. Wenn Sie Liebstöckel einfrieren, wird das Gewürzkraut matschig und geschmacklos. Um Liebstöckel zu konservieren, müssen Sie andere Methoden wählen.

Das feine Aroma von Liebstöckel können Sie für den Winter konservieren, wenn Sie die alten Konservierungsmethoden der Urgroßmütter anwenden.

Was Sie benötigen:

  • Liebstöckel
  • Öl nach Wahl
  • oder Salz
  • oder Essig
  • Teefilter
  • Sieb

Liebstöckel in Essig konservieren

  1. Für einen aromatischen Liebstöckelessig geben Sie einfach zwanzig Gramm frischen Liebstöckel mit den Stielen in ein verschließbares Gefäß und gießen den Liebstöckel dann mit Essig auf.
  2. Verschließen Sie das Gefäß und lassen Sie den Ansatzessig mit dem Gewürzkraut in der Nähe der Heizung oder am Südfenster ziehen.
  3. Nach vierzehn Tagen hat der Liebstöckel sein Aroma an den Essig abgegeben.
  4. Nun gießen Sie den Essig zusammen mit dem Maggikraut durch ein Sieb. Fangen Sie den Essig auf und entsorgen Sie anschließend das ausgelaugte Gewürzkraut.Damit in Ihrem Liebstöckelessig keine Fremdkörper schwimmen, die den Gewürzessig verderben können, gießen Sie den Liebstöckelessig nun noch einmal durch einen Teefilt
    1. Damit in Ihrem Liebstöckelessig keine Fremdkörper schwimmen, die den Gewürzessig verderben können, gießen Sie den Liebstöckelessig nun noch einmal durch einen Teefilter.
    2. Nutzen Sie zum Konservieren und Einlegen des Liebstöckels immer nur Gefäße aus Glas, Porzellan oder Steingut. Metallgeschirre sind nicht geeignet. Achten Sie zudem auch darauf, dass Sie das gewählte Gefäß gut schließen können. Auch sollte die Öffnung nicht zu eng sein, damit Sie die Kräuter problemlos aus dem Gefäß entfernen können Gut geeignet sind Kuhmilchflaschen aus Glas.

    Der Liebstöckelessig hält sich mindestens vier Monate.

    Maggikraut in Öl konservieren

    Mit dieser uralten Methode des Konservierens können Sie Ihren Liebstöckel monatelang im Kühlschrank lagern.

    1. Zupfen Sie dazu die feinen Blättchen des Liebstöckels von den Stielen und hacken Sie die Blättchen des Maggikrauts anschließend sehr fein.
    2. Vermischen Sie je 50 Gramm Liebstöckel mit 10 Gramm Salz und füllen Sie diese Mischung in kleine, sterilisierte Gläser mit Twist-Off-Deckel.
    3. Füllen Sie nun so viel Öl Ihrer Wahl zu dem Maggikraut-Salz-Gemisch, dass der Liebstöckel völlig mit Öl bedeckt ist.
    4. Verschließen Sie die Gläser und lagern Sie Ihr so konserviertes Maggikraut im Kühlschrank.
    5. Wenn Sie etwas von Ihrem konservierten Liebstöckel benötigen, entnehmen Sie die benötigte Menge des Gewürzkrauts immer nur mit einem sehr sauberen, vorher heiß abgespülten und anschließend getrockneten Löffelchen.

    Liebstöckel, das hocharomatische Gewürzkraut, passt besonders gut zu Schweinebraten, Eintöpfen aus Hülsenfrüchten und Gemüsesuppen.